Mediation

Mediation ist…

…eine spezielle Art der Konfliktlösung. Im Unterschied zum Schiedsspruch gibt der Mediator keine eigenen Anregungen zur Lösung des Streites. Seine Aufgabe ist es, den Kommunikationsprozess zu steuern, das Mediationsverfahren neutral zu leiten und dafür zu sorgen, dass die Beteiligten jederzeit denselben Informationsstand haben.

Die beteiligten Konfliktparteien sind für die Lösung des Konfliktes selbst verantwortlich.

Unabdingbare Voraussetzung zu einer Mediation ist die Freiwilligkeit. Niemand kann oder darf zur Beteiligung an einer Mediation gezwungen werden und jede beteiligte Person hat die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt vorzeitig und ohne Nachteile die Mediation zu beenden. Mediation ist immer ergebnisoffen. Eine konstruktive Teilnahme aller Beteiligten wird vorausgesetzt.

Zur Mediation gehören mindestens zwei Personen zwischen denen ein Konflikt besteht. Diese entschließen sich aus freiem Willen und ohne äußere Zwänge zur Mediation, mit dem Wunsch, ihre Beziehung zueinander zu verbessern.

Alle Beteiligten garantieren eine uneingeschränkt geltende Vertraulichkeit, bezogen auf das, was in der Mediation besprochen wird. Der Mediator sichert zu, im Falle einer fehlgeschlagenen Mediation auch nicht als Zeuge für eine der Konfliktparteien aufzutreten.

In der Mediation ist es unerheblich, den Konfliktverursacher zu ermitteln. Stattdessen geht es darum, Beziehungen und Miteinander zu verbessern. Mediation sucht Konsens durch eine selbständig erarbeitete, nicht fremdbestimmte Lösung. Mediation ist zukunftsgerichtet.

Mediation ist ein nicht öffentliches Verfahren, welches auf Erkenntnissen der Konflikt- und Kommunikationswissenschaften, der gewaltfreien Kommunikation sowie dem Harvard-Modell beruht. Es geht darum, Konflikte konstruktiv, außergerichtlich und gewaltfrei zu lösen.

Alle beteiligten Konfliktparteien werden einbezogen. Durch einen strukturierten Gesprächsablauf wird eine klare Kommunikation erleichtert. Vereinbarte Regeln und eingesetzte Techniken ermöglichen, sich gegenseitig zuzuhören, Verständnis füreinander zu entwickeln und so Zug um Zug den Konflikt konstruktiv zu lösen. Mediation stellt sich individuell auf die Bedürfnisse der Beteiligten ein: Die Inhalte werden von den Beteiligten selbst festgelegt

Sinn des Mediationsverfahrens ist es, durch Moderation und Unterstützung eines neutralen Mediators Lösungen zu finden, die für beide Seiten einen Gewinn darstellen. Der Mediator achtet während dieses Prozesses auf die Balance zwischen den Parteien. Am Ende des Prozesses sollte eine Win-Win-Situation für beide Seiten gefunden sein.

Mediation ist darüber hinaus ein Prozess in dem die Beteiligten lernen, Perspektiven zu wechseln und zukünftig anders mit Konflikten umzugehen.

Am Ende einer erfolgreichen Mediation steht eine von den Parteien selbst herausgearbeitete und schriftlich festzuhaltende verbindliche Vereinbarung.

Jeder Mediand hat vor der Unterzeichnung einer verbindlichen Vereinbarung die Möglichkeit, zunächst vertrauensvoll den Rat eines Anwaltes, Steuerberaters oder einer anderen fachlich versierten Person einzuholen. Mediation kann und soll eine persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen.

Wie funktioniert Mediation?

Mediation ist ein flexibles Verfahren und beruht auf unterschiedlichen, aufeinander aufbauenden Stufen:

Beim ersten Kontakt wird das Anliegen der Medianden besprochen und geklärt, ob im speziellen Fall eine Mediation förderlich ist. Neben Informationen zum Ablauf einer Mediation werden Ablauf- und Gesprächsregeln erläutert und als Arbeitsgrundlage schriftlich vereinbart.

Im zweiten Schritt werden die strittigen Themen gesammelt, die besprochen werden sollen. Eine Reihenfolge wird festgelegt.

Im nächsten Schritt bekommt jede Partei die Möglichkeit, ihre Sichtweise und Position zu den einzelnen Punkten zu erläutern. Hierdurch treten unterschiedliche Sichtweisen hervor und die dahinterstehenden Interessen werden sichtbar.

Zur Verbesserung des gegenseitigen Verständnis werden Sie angeleitet, die eigene Perspektive probehalber zu verlassen.

Nun werden durch Sammeln von spontanen Einfällen Lösungen gesucht. Sie dürfen eine Zeitlang annehmen, dass etwas auch anders sein könnte. Versuch und Irrtum sind dabei erlaubt.

Jeder der Medianden bekommt ausreichend Raum und Zeit, seine Vorstellungen und Ideen mitzuteilen. Diese werden von den Parteien nach praktischer Umsetzbarkeit bewertet, Lösungsmöglichkeiten werden herausgearbeitet.

Nachdem alle Lösungsmöglichkeiten abgewägt wurden, werden konkrete Vereinbarungen getroffen und schriftlich niedergelegt. (Unter Einbeziehung eines Notars besteht die Möglichkeit, diese Vereinbarung auch rechtsverbindlich zu schließen)

Nach Ablauf einiger Zeit sollte ein Termin vereinbart werden, um zu überprüfen, inwieweit der erarbeitete Mediationsvertrag umgesetzt werden konnte.

Zur Mediation gehört ein neutraler allparteilicher Mediator als Vermittler und Begleiter.

Er ist verantwortlich für den Prozessablauf, Sie für den Inhalt.

Seine Aufgabe ist es, die Konfliktparteien darin zu unterstützen, einander mit ihren Interessen und Bedürfnissen, in ihren Emotionen und Verletzungen verstehen zu lernen, gefundene Themen zu bündeln und die Konfliktparteien in einen konstruktiven Dialog zu bringen.

Die Parteien erhalten die Zeit, die sie brauchen, nicht die, die Ihnen vorgegeben wird.

So finden die Medianden individuelle Lösungswege für Ihre Konfliktthemen, können eigene und daher tragfähige Lösungen entwickeln.

Wo lässt sich Mediation einsetzen?

Mediation lässt sich sowohl in privaten als auch öffentlichen Bereichen einsetzen:Foto-13-für-Website-1

  • Bei Beziehungs- und Partnerschaftskonflikten
  • In Trennung und Scheidung
  • Bei Erziehungskonflikten
  • Bei Schulkonflikten
  • In Nachbarschaftskonflikten
  • Bei Mietstreitigkeiten
  • In Erbstreitigkeiten
  • Bei Arbeits- und Teamkonflikten im Job
  • Bei Mobbing
  • Im Freundes- und Bekanntenkreis
  • In Vereinen, Organisationen und Verbänden
  • In Geschäftsbeziehungen

Mediation ist keine Lösung wenn es einer Seite darum geht, zu gewinnen oder über die andere Seite zu „triumphieren“.

Kosten und Dauer von Medation:

Prozesse können sich über einen langen Zeitraum hinziehen, sind oftmals zermürbend und teuer. In der Mediation wird eine Lösung meist nach wenigen Terminen erzielt. Diese ist von den Parteien selbst erarbeitet und damit umsetzbar und akzeptabel.

Die Mediationskosten werden im Regelfall von den Beteiligten je hälftig getragen. Sie richten sich nach Ihren Einkommensverhältnissen und der Anzahl der Sitzungen. Diese hängen von den Bedürfnissen, der Komplexität des Konfliktes sowie der Mitarbeit der beteiligten Medianden ab. Die Kosten pro Sitzung werden verbindlich im Erstgespräch geklärt und im Mediationsauftrag schriftlich festgelegt.

Oftmals gibt es auf einige wenige Streitpunkte begrenzte oder noch nicht tief sitzende Konflikte. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, eine Mediation schon nach ein bis zwei Sitzungen erfolgreich abzuschließen.